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E.Y.E: Divine Cybermancy
Release: 29. Juli 2011 - Entwickler: Streum On Studio - Publisher: Streum On Studio - Engine: Source - Preisbereich:15€-20€
Ein Spiel wo die Frage aufkommt, "Was hat es nicht?"
Aber diese Frage stellt man sich nicht unbedingt sofort. Der Einstieg in E.Y.E: Divine Cybermancy ist nämlich nicht unbedingt innerhalb weniger Minuten geschehen. Es braucht mit unter einige Stunden, bis man einmal verstanden hat, wie dieses Spiel funktionieren will — Was es durchaus auch schafft. Ist es einmal soweit, kann man sich dem Bann den es ausübt nur schwer entziehen. Vor allem, wenn man die Sorte Spiele gerne spielt, aus welchen E.Y.E: Divine Cybermancy sich clever und geschickt bedient.
Was hat es denn?
Lieblos herunter rattern kann man diese Liste nicht, denn die pure Fülle erstaunt. So kommen Elemente eines Rollenspiels, eines schnellen Ego-Shooters und auch eines guten Onlinespiels wie seiner Zeit Diablo II zusammen — Letzteres wird gleich näher betrachtet. Über 25 verschiedene Waffen, darunter altbekannte Schießprügel, aber auch Nahkampfwaffen von Katana bis hin zu gewaltigen zweihändigen Hämmern, während man man auch noch nicht-Zweihändiges in Akimbo-Manier kombinieren kann. Dazu gesellen sich sogenannte PSI-Kräfte, welche einen Gegner einfach zurückstoßen — Wenn die Macht mit einem ist — aber auch kurzerhand einen kleinen Trupp von Illusionskriegern an die eigene Seite stellen können, welche so "eindrucksvoll" für den Gegner sind, daß auch ihre Schüsse wirklichen Schaden anrichten.
Und es würde nicht E.Y.E: Divine Cybermancy heissen, wenn nicht das Repartoir der Möglichkeiten auf so genannte CyberTech-Implantate erweitert werden würde.
Diese im Spiel sehr nützlichen Implantate erinnern sehr stark an den früheren Titel Deus Ex.
Im Grunde kann man, auf die einzelnen Körperregionen bezogen, diese mit bestimmten Implanteten bestücken um somit entweder eine besondere Fähigkeit zu entwickeln oder schlicht Verbesserungen in Skill und Stats zu erreichen.
Und wer hier denkt, dass das gute alte Tarnungsfeld à la Predator schon alles ist, der sah nur die Spitze des Eisbergs.
Apropos Skills und Stats — Ganz wie in einem Rollenspiel üblich gibt es Charakterwerte, welche sich nach Levelaufstieg steigern lassen, neben den Klassikern Stärke, Ausdauer und Geschicklichkeit gibt es unter Anderem auch Grundwerte für das Hacken von Computersystemen, Genauigkeit fürs fröhlichere Ballern, das Maß an eigener PSI-Kraft und die mentale Balance.
Mentale Balance hat dabei einen relativ wichtigen Stand.
Steht einmal ein Gefecht bevor und man wirft sich kopflos in die gegnerische Meute, welche von allen Seiten auf einen schiesst, PSI-Kräfte und gar Granaten nach einen schmeisst, der findet "Sich" und seinen Charakter ganz schnell in einem Panikzustand wieder, in welchem man auf eigene Bewegungen nicht mehr gänzlich reagiert, ungewollt die Waffe abschiesst oder sich einbildet es explodiert neben einem ständig Irgendetwas.
Diese "mentalen Pleiten" sind, sofern man sich noch im Gefecht hinter einem alten Autowrack in Deckung begibt mit unter die beklemmend atmophärischsten Momente des Spiels.
Und zu guter Letzt gibt es die Möglichkeit während des Spiels geheime Pläne für besondere CyberTech-Spielereien zu finden, wie zum Beispiel Dronen und Verbesserungen für diese.
Solche Pläne können "erforscht" werden, was einen gewissen Teil an Moneten kostet und eine bestimmte Zeit braucht, bis es fertig erforscht wurde.
Wenn man keine Pläne zur Hand hat erhöht man einfach kurzer Hand die grundlegenden CyberTech-Körperpartien, zum Beispiel um schneller rennen, höher springen oder besser "sehen" zu können — Man hätte auch sagen können, besser schiessen.
All diese Möglichkeiten machen alleine durch Ihre Kombinierbarkeit laune beim Spielen, laden zum Experimentieren und Entdecken ein und wer bei einer Situation doch nicht nur mit ballern durchkommt, schleicht sich an, schaltet aus der Entfernung aus oder hackt kurzerhand die gegnerischen Computersysteme, manchmal auch die Gegner selbst.
Wie war das mit Diablo II?
Natürlich hat E.Y.E: Divine Cybermancy nichts mit Diablo II zu tun. Aber was neben dem Item-sammeln und Monster schnetzeln bei Diablo II sehr gut gelang und zum ungemeinen Wiederspielwert beisteuerte, waren die immer wieder erreichbaren "Abschnitte" des Spiels, heraus aus einem immerwieder gerne besuchten Mittelpunkt — Achja, das Lager der Jägerinnen, ... . Und genau einen solchen Mittelpunkt und eine solche Möglichkeit die Abschnitte nachträglich zu erreichen aus der Spielwelt heraus, gibt es auch in E.Y.E: Divine Cybermancy. Das Prinzip des kooperativen Multiplayermodes von E.Y.E: Divine Cybermancy, ist wie in Diablo II so umgesetzt, dass man gemeinsam mit den Mitspielern diese Abschnitte bestreiten kann. Diese beiden "Ähnlichkeiten" sind fast gelungener als bei der guten alten Monsterschnetzelei, denn diese "erneuten Besuche der Abschnitte" wurden verpackt in sinnvolle, wenn auch seltene, Story-Hintergründe der Spielwelt und die Spiele- und Multiplayerplattform Steam, über welche das Spiel unter Anderem vertrieben wird, bietet eine umfangreichere Umgebung für das nette Spiel mit Freunden und Community.
Story und Spielwelt?
Nachdem wir uns einer rollenspiel-typischen Charaktergenerierung mit Genen, welche unsere physischen und psychischen Grundlagen bestimmen, gestellt haben, erwachen wir in einer Art "Traumwelt" und wissen eigentlich nicht einmal wo Vorne und wo Hinten ist. Vor uns steht aber ein gewaltiges Tor, was danach schreit durchschritten zu werden.
Vorher eine kurze Einstiegsmeldung des Spiels aus dem HUD-Interface, was allerdings keine Fragen beantwortet.
Wir stapfen also auf das Tor zu, unser Charakter spricht ein paar miraculöse Worte zu seiner Situation und vor dem Tor liegt ein Toter.
Unser Charakter teilt sich selbst in einem sich wiedersprechendem Satz eigentlich nur mit, dass es wohl wahr sei, das sein Mentor getötet wurde und schliesslich durchschreiten wir das Tor.
Wir befinden uns nun in einem kleinen Höhlensystem und bekommen über Funk erste Meldungen, was denn mit uns los sei.
Da sich aber niemand gerne mit Fragen aufhält bekommt man auch schon seine ersten Anweisungen und soll sich durch das Höhlensystem kämpfen.
Es folgen nun kleinere Hinweise im Sinne eines Tutorials, wobei alle Tutorials in kleinen Videos erklärt werden.
Die Höhle ist düster, in rot-schimmriges Licht getaucht und man will eigentlich schnell raus.
Nach ein paar Minuten ist es dann soweit und man sieht das erste Gesicht, welches einen wiedereinmal fragt wo man war, was passiert sei, lässt einem aber nicht wirklich eine Antwortalternative und wird angewiesen zum Tempel zurück zu kehren um dort mit einem der Mentoren zu sprechen.
Wir tun wie uns geheissen und befinden uns nach einem ersten kleinen Gefecht mit Wegelagerern, bald im Tempel der Secreta, dem "Headquarter".
Von hier aus haben wir nun die Möglichkeit uns auszurüsten, bzw. in Shops Gegenstände hinzu zu kaufen.
Kaufen kann man mit der Währung Brouzouf, welche man bei den Aufgaben als Belohnung neben Erfahrungspunkten erhält aber diese auch von Gegnern während den Missionen "fallen" gelassen werden.
Schliesslich befinden sich nun auch die Mentoren im Hauptquartier, man spricht mit dem zu welchem man geschickt wurde und hofft mehr zu erfahren.
Man erfährt auch mehr, aber nur zäh.
Einige Stunden später, nach einigen undurchsichtigen Aufträgen der Mentoren, hat man einen Eindruck.
Die Secreta ist nicht die einzige Fraktion welche sich in der weit zukünftig liegenden, leicht postapokalyptischen und dennoch weit technisierten Welt behaupten will.
Scrupellose Looter und Banditen machen die Sektoren der Städte unsicher und die Föderalisten haben Machtansprüche und versuchen diese auf alle erdenklichen Arten und Weisen zu erreichen.
Zu all dem mischen sich Mutanten aus den radioaktiv verseuchten Zonen und seltsame Mischwesen deren Herkunft vermutlich in der "Traumwelt" zu suchen ist, ... irgendwie.
Außerdem strecken alle Fraktionen mehr oder weniger Ihre Fühler nach einer Reihe von Artefakten aus, was zusätzlich für "Spannung" zwischen allen Beteiligten sorgt.
Wenn man dann hartnäckig ist und zwischen den Zeilen liest erfährt man auch warum der eigene Mentor angeblich das zeitliche gesegnet hat und entdeckt völlig überraschend, das E.Y.E: Divine Cybermancy eigene Entscheidungen bei Gesprächen und auch bei Aufträgen beachtet und somit das Spielgeschehen spürbar beinflusst werden kann.
Die Speilwelt selbst wirkt stimmig und atmophärisch, wobei durch die Source-Engine alles nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit wirkt.
Dennoch betritt man weite Außenareale, verwinkelte Stadtviertel im Untergrund, tief liegende Kanalisationssysteme, labyrinthartige Industrieanlagen und im Headquarter werden immer mehr Bereiche betretbar je weiter man im Spiel voranschreitet.
Alles ist dabei von einer eindeutigen Verliebtheit zum Detail der Entwickler durchzogen, was allem, was man sieht, eine Seele verleiht und man durchaus abtauchen kann in dieser Welt aus Cyberpunk, wenn man sich darauf einlässt.
Zuletzt sei erwähnt, das dem einen oder anderen das Gefühl beschleichen könnte, dass gerade was die Charaktäre und die Ausrüstungen angeht — Vor allem die Rüstungen — eine Mischung aus rustikaler Sowjettechnik und japanischem Samurai als Design-Vater hergehalten hat. Fest steht, es hat was.
Was hat es denn nun nicht?
Es ist natürlich nie alles Gold, was glänzt. So ist es auch bei E.Y.E: Divine Cybermancy nicht anders. Vor allem der schwierige und zähe Einstieg in das Spiel kann abschrecken, so das man gar nicht erst zum Kern des Spieles vordringt. Die Art und Weise wie sich das Spiel präsentiert ist auch eher nach dem Motto "So, ... da hast du es, friss!" aufzufassen.
Bei diesem Punkt kann man es aber unter Umständen verzeihen, da das Streum On Studio ein sehr kleines Entwicklerstudio ist und sich auf das wesentliche konzentriert hat.
Was hier aber auf jeden Fall erwähnt sein will ist schwankende Gegner-KI, die von "Normal" bis hin zu purer, strohiger Dummheit reicht.
Zuweilen ist es so schlimm, dass Gegner Geschütztürmen gleichen, ergo an der Stelle stehen bleiben und der Bleifinger am Abzug klebt, so dass geballert wird bis der Finger bricht.
Ob man sich dabei als Ziel längst hinter fester Deckung befindet oder nicht, interessiert die KI-Kontrahenten nicht.
Man wartet einfach bis das Bleigetöse aufgrund des Nachladens unterbrochen wird und dann ist man selber dran.
Eher seltener geschehen wahre Höhenflüge, in dem ein KI-Gegner um ein Hindernis herum Deckung sucht um dann auf der anderen Seite "überraschend" aufzutauchen.
Wenn diese Höhenflüge dann von zwei Gegnern geschehen, über zwei verschiedene Flanken und die Anzahl weiterer Gegner in der Front zum Zählen anregt, dann kommen durchaus anspruchsvolle Situationen zu stande, wo man dann auch mal Fähigkeiten zündet die es in sich haben.
Es bleibt für Profis da nur der Griff zum Erhöhen des Schwierigkeitsgrades und dem Hoffen, das "menschliche" Geschütztürme heute mangelware sind.
Gegnerische Sniper sind auf den höheren Schwierigkeitsgraden allerdings der sichere Tot, wenn man nicht die Sichtlinien umgeht.
Und letztendlich ist die verwendete Technik an sich veraltet, das kann man einfach nicht von der Hand weisen.
Da kann auch die größte Detailverliebtheit in weiten Hallen nichts ändern.
Ebenso wurde viel Potential beim Sound, bzw. der Musik vergeben — Obwohl es zum Schmunzeln anregen kann, wenn ein Domination-Mutant beim Entgegenspringen genau das selbe Geräusch macht wie der Facehugger bei Half-Life 2.
Fazit
E.Y.E: Divine Cybermancy hat sehr vieles zu bieten, versteckt dies aber unter einem Schleier, welcher stellenweise schwer wie Blei wirkt. Hat man diesen Schleier aber einmal nach ein paar Spielstunden gelüftet, ob durch Hartnäckigkeit oder der Faszination der Vielfalt an Waffen und Fähigkeiten, befindet man sich in einer postapokalyptischen SciFi-Cyberpunk-Welt die Seele hat und in welcher man sich dann immerwieder gerne und ausgiebig vergnügen mag, wenn nicht sogar abtauchen. Und wenn man auch noch mit Freunden im Coop-Modus die Welt von E.Y.E: Divine Cybermancy entdeckt und bestreitet hat dieses Spiel das Potential ganze Fangemeinden aus dem Boden spriessen zu lassen.
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Release: 29. Juli 2011 - Entwickler: Streum On Studio - Publisher: Streum On Studio - Engine: Source - Preisbereich:15€-20€
Ein Spiel wo die Frage aufkommt, "Was hat es nicht?"
Aber diese Frage stellt man sich nicht unbedingt sofort. Der Einstieg in E.Y.E: Divine Cybermancy ist nämlich nicht unbedingt innerhalb weniger Minuten geschehen. Es braucht mit unter einige Stunden, bis man einmal verstanden hat, wie dieses Spiel funktionieren will — Was es durchaus auch schafft. Ist es einmal soweit, kann man sich dem Bann den es ausübt nur schwer entziehen. Vor allem, wenn man die Sorte Spiele gerne spielt, aus welchen E.Y.E: Divine Cybermancy sich clever und geschickt bedient.
Was hat es denn?
Lieblos herunter rattern kann man diese Liste nicht, denn die pure Fülle erstaunt. So kommen Elemente eines Rollenspiels, eines schnellen Ego-Shooters und auch eines guten Onlinespiels wie seiner Zeit Diablo II zusammen — Letzteres wird gleich näher betrachtet. Über 25 verschiedene Waffen, darunter altbekannte Schießprügel, aber auch Nahkampfwaffen von Katana bis hin zu gewaltigen zweihändigen Hämmern, während man man auch noch nicht-Zweihändiges in Akimbo-Manier kombinieren kann. Dazu gesellen sich sogenannte PSI-Kräfte, welche einen Gegner einfach zurückstoßen — Wenn die Macht mit einem ist — aber auch kurzerhand einen kleinen Trupp von Illusionskriegern an die eigene Seite stellen können, welche so "eindrucksvoll" für den Gegner sind, daß auch ihre Schüsse wirklichen Schaden anrichten.
Und es würde nicht E.Y.E: Divine Cybermancy heissen, wenn nicht das Repartoir der Möglichkeiten auf so genannte CyberTech-Implantate erweitert werden würde.
Diese im Spiel sehr nützlichen Implantate erinnern sehr stark an den früheren Titel Deus Ex.
Im Grunde kann man, auf die einzelnen Körperregionen bezogen, diese mit bestimmten Implanteten bestücken um somit entweder eine besondere Fähigkeit zu entwickeln oder schlicht Verbesserungen in Skill und Stats zu erreichen.
Und wer hier denkt, dass das gute alte Tarnungsfeld à la Predator schon alles ist, der sah nur die Spitze des Eisbergs.
Apropos Skills und Stats — Ganz wie in einem Rollenspiel üblich gibt es Charakterwerte, welche sich nach Levelaufstieg steigern lassen, neben den Klassikern Stärke, Ausdauer und Geschicklichkeit gibt es unter Anderem auch Grundwerte für das Hacken von Computersystemen, Genauigkeit fürs fröhlichere Ballern, das Maß an eigener PSI-Kraft und die mentale Balance.
Mentale Balance hat dabei einen relativ wichtigen Stand.
Steht einmal ein Gefecht bevor und man wirft sich kopflos in die gegnerische Meute, welche von allen Seiten auf einen schiesst, PSI-Kräfte und gar Granaten nach einen schmeisst, der findet "Sich" und seinen Charakter ganz schnell in einem Panikzustand wieder, in welchem man auf eigene Bewegungen nicht mehr gänzlich reagiert, ungewollt die Waffe abschiesst oder sich einbildet es explodiert neben einem ständig Irgendetwas.
Diese "mentalen Pleiten" sind, sofern man sich noch im Gefecht hinter einem alten Autowrack in Deckung begibt mit unter die beklemmend atmophärischsten Momente des Spiels.
Und zu guter Letzt gibt es die Möglichkeit während des Spiels geheime Pläne für besondere CyberTech-Spielereien zu finden, wie zum Beispiel Dronen und Verbesserungen für diese.
Solche Pläne können "erforscht" werden, was einen gewissen Teil an Moneten kostet und eine bestimmte Zeit braucht, bis es fertig erforscht wurde.
Wenn man keine Pläne zur Hand hat erhöht man einfach kurzer Hand die grundlegenden CyberTech-Körperpartien, zum Beispiel um schneller rennen, höher springen oder besser "sehen" zu können — Man hätte auch sagen können, besser schiessen.
All diese Möglichkeiten machen alleine durch Ihre Kombinierbarkeit laune beim Spielen, laden zum Experimentieren und Entdecken ein und wer bei einer Situation doch nicht nur mit ballern durchkommt, schleicht sich an, schaltet aus der Entfernung aus oder hackt kurzerhand die gegnerischen Computersysteme, manchmal auch die Gegner selbst.Wie war das mit Diablo II?
Natürlich hat E.Y.E: Divine Cybermancy nichts mit Diablo II zu tun. Aber was neben dem Item-sammeln und Monster schnetzeln bei Diablo II sehr gut gelang und zum ungemeinen Wiederspielwert beisteuerte, waren die immer wieder erreichbaren "Abschnitte" des Spiels, heraus aus einem immerwieder gerne besuchten Mittelpunkt — Achja, das Lager der Jägerinnen, ... . Und genau einen solchen Mittelpunkt und eine solche Möglichkeit die Abschnitte nachträglich zu erreichen aus der Spielwelt heraus, gibt es auch in E.Y.E: Divine Cybermancy. Das Prinzip des kooperativen Multiplayermodes von E.Y.E: Divine Cybermancy, ist wie in Diablo II so umgesetzt, dass man gemeinsam mit den Mitspielern diese Abschnitte bestreiten kann. Diese beiden "Ähnlichkeiten" sind fast gelungener als bei der guten alten Monsterschnetzelei, denn diese "erneuten Besuche der Abschnitte" wurden verpackt in sinnvolle, wenn auch seltene, Story-Hintergründe der Spielwelt und die Spiele- und Multiplayerplattform Steam, über welche das Spiel unter Anderem vertrieben wird, bietet eine umfangreichere Umgebung für das nette Spiel mit Freunden und Community.
Story und Spielwelt?
Nachdem wir uns einer rollenspiel-typischen Charaktergenerierung mit Genen, welche unsere physischen und psychischen Grundlagen bestimmen, gestellt haben, erwachen wir in einer Art "Traumwelt" und wissen eigentlich nicht einmal wo Vorne und wo Hinten ist. Vor uns steht aber ein gewaltiges Tor, was danach schreit durchschritten zu werden.
Vorher eine kurze Einstiegsmeldung des Spiels aus dem HUD-Interface, was allerdings keine Fragen beantwortet.
Wir stapfen also auf das Tor zu, unser Charakter spricht ein paar miraculöse Worte zu seiner Situation und vor dem Tor liegt ein Toter.
Unser Charakter teilt sich selbst in einem sich wiedersprechendem Satz eigentlich nur mit, dass es wohl wahr sei, das sein Mentor getötet wurde und schliesslich durchschreiten wir das Tor.
Wir befinden uns nun in einem kleinen Höhlensystem und bekommen über Funk erste Meldungen, was denn mit uns los sei.
Da sich aber niemand gerne mit Fragen aufhält bekommt man auch schon seine ersten Anweisungen und soll sich durch das Höhlensystem kämpfen.
Es folgen nun kleinere Hinweise im Sinne eines Tutorials, wobei alle Tutorials in kleinen Videos erklärt werden.
Die Höhle ist düster, in rot-schimmriges Licht getaucht und man will eigentlich schnell raus.
Nach ein paar Minuten ist es dann soweit und man sieht das erste Gesicht, welches einen wiedereinmal fragt wo man war, was passiert sei, lässt einem aber nicht wirklich eine Antwortalternative und wird angewiesen zum Tempel zurück zu kehren um dort mit einem der Mentoren zu sprechen.
Wir tun wie uns geheissen und befinden uns nach einem ersten kleinen Gefecht mit Wegelagerern, bald im Tempel der Secreta, dem "Headquarter".
Von hier aus haben wir nun die Möglichkeit uns auszurüsten, bzw. in Shops Gegenstände hinzu zu kaufen.
Kaufen kann man mit der Währung Brouzouf, welche man bei den Aufgaben als Belohnung neben Erfahrungspunkten erhält aber diese auch von Gegnern während den Missionen "fallen" gelassen werden.
Schliesslich befinden sich nun auch die Mentoren im Hauptquartier, man spricht mit dem zu welchem man geschickt wurde und hofft mehr zu erfahren.
Man erfährt auch mehr, aber nur zäh.
Einige Stunden später, nach einigen undurchsichtigen Aufträgen der Mentoren, hat man einen Eindruck.
Die Secreta ist nicht die einzige Fraktion welche sich in der weit zukünftig liegenden, leicht postapokalyptischen und dennoch weit technisierten Welt behaupten will.
Scrupellose Looter und Banditen machen die Sektoren der Städte unsicher und die Föderalisten haben Machtansprüche und versuchen diese auf alle erdenklichen Arten und Weisen zu erreichen.
Zu all dem mischen sich Mutanten aus den radioaktiv verseuchten Zonen und seltsame Mischwesen deren Herkunft vermutlich in der "Traumwelt" zu suchen ist, ... irgendwie.
Außerdem strecken alle Fraktionen mehr oder weniger Ihre Fühler nach einer Reihe von Artefakten aus, was zusätzlich für "Spannung" zwischen allen Beteiligten sorgt.
Wenn man dann hartnäckig ist und zwischen den Zeilen liest erfährt man auch warum der eigene Mentor angeblich das zeitliche gesegnet hat und entdeckt völlig überraschend, das E.Y.E: Divine Cybermancy eigene Entscheidungen bei Gesprächen und auch bei Aufträgen beachtet und somit das Spielgeschehen spürbar beinflusst werden kann.
Die Speilwelt selbst wirkt stimmig und atmophärisch, wobei durch die Source-Engine alles nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit wirkt.
Dennoch betritt man weite Außenareale, verwinkelte Stadtviertel im Untergrund, tief liegende Kanalisationssysteme, labyrinthartige Industrieanlagen und im Headquarter werden immer mehr Bereiche betretbar je weiter man im Spiel voranschreitet.
Alles ist dabei von einer eindeutigen Verliebtheit zum Detail der Entwickler durchzogen, was allem, was man sieht, eine Seele verleiht und man durchaus abtauchen kann in dieser Welt aus Cyberpunk, wenn man sich darauf einlässt.
Zuletzt sei erwähnt, das dem einen oder anderen das Gefühl beschleichen könnte, dass gerade was die Charaktäre und die Ausrüstungen angeht — Vor allem die Rüstungen — eine Mischung aus rustikaler Sowjettechnik und japanischem Samurai als Design-Vater hergehalten hat. Fest steht, es hat was.Was hat es denn nun nicht?
Es ist natürlich nie alles Gold, was glänzt. So ist es auch bei E.Y.E: Divine Cybermancy nicht anders. Vor allem der schwierige und zähe Einstieg in das Spiel kann abschrecken, so das man gar nicht erst zum Kern des Spieles vordringt. Die Art und Weise wie sich das Spiel präsentiert ist auch eher nach dem Motto "So, ... da hast du es, friss!" aufzufassen.
Bei diesem Punkt kann man es aber unter Umständen verzeihen, da das Streum On Studio ein sehr kleines Entwicklerstudio ist und sich auf das wesentliche konzentriert hat.
Was hier aber auf jeden Fall erwähnt sein will ist schwankende Gegner-KI, die von "Normal" bis hin zu purer, strohiger Dummheit reicht.
Zuweilen ist es so schlimm, dass Gegner Geschütztürmen gleichen, ergo an der Stelle stehen bleiben und der Bleifinger am Abzug klebt, so dass geballert wird bis der Finger bricht.
Ob man sich dabei als Ziel längst hinter fester Deckung befindet oder nicht, interessiert die KI-Kontrahenten nicht.
Man wartet einfach bis das Bleigetöse aufgrund des Nachladens unterbrochen wird und dann ist man selber dran.
Eher seltener geschehen wahre Höhenflüge, in dem ein KI-Gegner um ein Hindernis herum Deckung sucht um dann auf der anderen Seite "überraschend" aufzutauchen.
Wenn diese Höhenflüge dann von zwei Gegnern geschehen, über zwei verschiedene Flanken und die Anzahl weiterer Gegner in der Front zum Zählen anregt, dann kommen durchaus anspruchsvolle Situationen zu stande, wo man dann auch mal Fähigkeiten zündet die es in sich haben.
Es bleibt für Profis da nur der Griff zum Erhöhen des Schwierigkeitsgrades und dem Hoffen, das "menschliche" Geschütztürme heute mangelware sind.
Gegnerische Sniper sind auf den höheren Schwierigkeitsgraden allerdings der sichere Tot, wenn man nicht die Sichtlinien umgeht.
Und letztendlich ist die verwendete Technik an sich veraltet, das kann man einfach nicht von der Hand weisen.
Da kann auch die größte Detailverliebtheit in weiten Hallen nichts ändern.
Ebenso wurde viel Potential beim Sound, bzw. der Musik vergeben — Obwohl es zum Schmunzeln anregen kann, wenn ein Domination-Mutant beim Entgegenspringen genau das selbe Geräusch macht wie der Facehugger bei Half-Life 2.Fazit
E.Y.E: Divine Cybermancy hat sehr vieles zu bieten, versteckt dies aber unter einem Schleier, welcher stellenweise schwer wie Blei wirkt. Hat man diesen Schleier aber einmal nach ein paar Spielstunden gelüftet, ob durch Hartnäckigkeit oder der Faszination der Vielfalt an Waffen und Fähigkeiten, befindet man sich in einer postapokalyptischen SciFi-Cyberpunk-Welt die Seele hat und in welcher man sich dann immerwieder gerne und ausgiebig vergnügen mag, wenn nicht sogar abtauchen. Und wenn man auch noch mit Freunden im Coop-Modus die Welt von E.Y.E: Divine Cybermancy entdeckt und bestreitet hat dieses Spiel das Potential ganze Fangemeinden aus dem Boden spriessen zu lassen.
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